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ELISABETH PÜHRINGER
WAS MACHEN DIE ARCHÄOLOGEN? KRITISCHE GEDANKEN ZU EINER WISSENSCHAFT IM UMBRUCH Einzelne archäologische Richtungen machen von sich reden: Kognitive Archäologie - Experimentelle Archäologie - Theoretische Archäologie. Welchen Weg geht die moderne Archäologie von heute?
Die aktuelle Problematik der archäologischen Forschung lässt sich am besten an Beispielen zeigen. Ich beginne mit dem Beispiel meiner eigenen Forschungsarbeit. Sie handelt von Urzeitnormen. Das ist die Kernaussage meiner Doktorarbeit. Ich habe mich dem Thema auf verschlungenen Pfaden genähert, es hat mich jahrelang gedanklich beschäftigt. Heute ist die Sache im Prinzip erledigt. Der Zweck ist erreicht, sichtbar an einem Doktortitel vor meinem Namen. Das bedeutet, ich habe mich mit zäher Kraft durch ein Hochschulstudium durchgebissen und einen akademischen Schmöker geschrieben, der jetzt wie alle anderen in Ehren auf einem Regal im Universitätsarchiv verstauben darf. Es ging bei dieser Forschungsarbeit um die Metallproduktion in der Urzeit, exakt: in der Bronzezeit. Das war in unserem Raum vor etwa 5000 Jahren, als die Menschen damit begannen, aus Gesteinsbrocken Kupfer zu gewinnen. Das war das Ende der Steinzeit. Das Metall hat das Leben der Menschen verändert wie sonst kaum etwas anderes.
GESELLSCHAFTLICHER HINTERGRUND Wenn man sich mit dieser frühen Metallerzeugung auseinandersetzt, merkt man schnell, dass in den Rohmetallprodukten von damals - den heutigen archäologischen Fundstücken - eine Gesetzmäßigkeit steckt, die Parallelen in unserem heutigen Leben hat. Wer Metall erzeugt, kommt zu nichts anderem. Weder zu Ackerbau noch zu Viehzucht oder zur Jagd. Er stellt keine Kleidung her und produziert keine Lebensmittel, doch er muss trotzdem etwas essen. Der Beginn der arbeitsteiligen Gesellschaft muss nach genau ausformulierten Spielregeln abgelaufen sein. Normen sind kein Selbstzweck sondern im Prinzip Ausdruck der menschlichen Gier - wie es ein junger Freund treffend formulierte, als er sich mit meiner Arbeit auseinander setzte. Die Basis der Tauschwirtschaft ist ein Wertesystem. Ich gebe dir, du gibst mir. Bleibt die Frage wie viel? Wie viel ist meine Ware wert im Vergleich zu deiner. Denn niemand gibt freiwillig mehr her als er unbedingt muss. Das ist die Gier, zu kurz zu kommen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Heute läuft das alte Spiel der Schnäppchenjagd über das Geld, doch der innere Wert des Tauschhandels ist gleich geblieben. Jeder will so viel wie möglich an sich raffen und so wenig wie möglich dafür bezahlen. Diese menschliche Gier stand offenbar auch Pate bei der Schaffung der Urzeitnormen. Das bedeutet, das neue Metall musste so portioniert werden, dass ein Handel damit möglich war. 1 An diesem Punkt der Überlegung angelangt, heißt die Frage: Wie? Auf welche Weise erfolgte diese Portionierung? Wie könnten diese frühen europäischen Normen der Urzeit ausgesehen haben? Eine solche Forschungsarbeit ist ein weites Betätigungsfeld, denn entsprechende Aufzeichnungen aus der Urzeit gibt es bekanntlich nicht. Die Ergebnisse solcher wissenschaftlicher Überlegungen sind nichts weiter als das Aufzeigen von Möglichkeiten. So könnte es gewesen sein. Es ist ein Denkspiel, ein Gedankenexperiment. Wir nutzen unsere geistigen Fähigkeiten, unsere Art zu denken, um die Denkweisen vergangener Generationen zu interpretieren. Das ist eine kognitive - also die Erkenntnis betreffende Tätigkeit. Davon leitet sich der Begriff „Kognitive Archäologie" ab. Vielleicht war es so, vielleicht war es aber auch ganz anders. Nur an der zentralen Frage, dass es auch in der Urzeit irgendwelche Normen gegeben haben muss, daran führt kein Weg vorbei. Spätestens hier an diesem Punkt stellt sich die Schlüsselfrage: Was hat diese „Kognitive Archäologie" mit der traditionellen Archäologie zu tun?
SCHATZGRÄBER ODER GEMEINE DIEBE? Die Archäologie präsentiert sich heute eher als eine handfeste Wissenschaft: Da gibt es die archäologischen Funde, die von den Archäologen sorgsam geborgen werden - hoffentlich... Dieser Zusatz bedeutet nicht, dass archäologische Fachkräfte vielleicht schlampig arbeiten könnten - Gott bewahre! -sondern nur, dass möglicherweise irgendwelche Schatzgräber schneller am „Tatort" waren als die gut ausgebildeten Spezialisten. Dann tauchen zwar irgendwo am freien Kunstmarkt interessante archäologische Funde auf - wie beispielsweise die heiß diskutierte „Himmelsscheibe von Nebra" - aber über die Begleitumstände ist nichts bekannt. Dieser Umstand erschwert die nachträgliche Arbeit der Archäologen beträchtlich. Kein Wunder, wenn die Fachwelt sauer ist und nicht von „Schatzgräbern" spricht, sondern von „Raubgräbern". Sie werden auf eine Stufe mit gemeinen Dieben gestellt, die ihre Beute verscherbeln. Das Denkmalschutzgesetz kennt keine „einmaligen Glücksfälle". Illegale Grabungen sind wie jedes Eigentumsdelikt strafbar. Archäologische Funde bergen, bearbeiten und verwahren - damit ist die Arbeit der Archäologie von heute ziemlich genau umrissen: Sie ist „fundzentriert" - der Fund steht im Mittelpunkt, dicht gefolgt vom „Befund", also den Fundumständen. Archäologische Funde sollen kunstgerecht geborgen werden und ebenso sorgfältig und gewissenhaft restauriert, gezeichnet, fotografiert, archiviert und in wissenschaftlichen Arbeiten samt dem Fundort genau beschrieben werden. Wenn es sich um attraktive Fundstücke handelt, werden sie ausgestellt und fristen ihr künftiges Dasein gut bewacht in Museumsvitrinen. Der weniger spektakuläre Rest lagert irgendwo in Abstellräumen an den Universitätsinstituten oder in einem Museumsdepot. Von Zeit zu Zeit braucht man Geld 2 für neue Speicher. Die illegal gegrabenen und auf dem Schwarzmarkt verhökerten Fundstücke verschwinden in der Regel in privaten Sammlungen. Ein aufmümpfiger junger Kollege meinte einmal bissig: Wenn die offizielle Wissenschaft nichts weiter mit den archäologischen Funden macht als sie zu verwahren und zu verwalten, dann könnte man sie gleich im Boden lassen, wo sie jahrhunderte- oder jahrtausendelang gelegen sind. Wo bleibt der Erkenntnisgewinn? Was passiert mit den Forschungsergebnissen? Generationen von Archäologiestudenten haben kistenweise Scherben geputzt, sortiert, restauriert und darüber Diplomarbeiten und Dissertationen verfasst. Wenn diese Werke nicht vergessen werden, dann werden sie in neueren Arbeiten zitiert. Die nächste Forschergeneration greift darauf zurück, und das Spiel beginnt von neuem. Die Öffentlichkeit erfährt nichts davon.
DIE ANGST VOR DER THEORIE Vor einem hütet sich ein Archäologe heute offenbar so wie der Teufel vor dem Weihwasser: Nämlich davor, eine Theorie aufzustellen. Seit dem Missbrauch der archäologischen Forschung durch das Dritte Reich ist das sogar irgendwie verständlich. Man denke nur an die Rassentheorie. Im Endeffekt wurden daraus die Rassengesetze, die in das Drama des Massenmordes mündeten. Davor, dass wissenschaftliche Ergebnisse missbraucht werden, ist kein Forscher sicher. Mit oder ohne Theorie. Das eigentliche Problem der modernen Forschung liegt heute allerdings wo anders, nämlich im allgegenwärtigen Zwang zum wirtschaftlichen Denken. Wirtschaftliche und militärische Interessen haben längst die ideologisch-politischen Entscheidungen von gestern überlagert. Forschung wird danach bewertet, was sie bringt, denn Forschung kostet Geld. Bei der Entscheidung, was wichtig und nötig ist, steht also die Frage nach der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der zu erwartenden Forschungsergebnisse im Vordergrund. Die knappen öffentlichen Mittel sollen in jene Forschungsprojekte investiert werden, die „sich rechnen". Für eine andere Entscheidung hätte die Öffentlichkeit kein Verständnis. Geisteswissenschaftliche Forschungsarbeit - wie etwa Archäologie - hat bei dieser generellen Einstellung höchstens eine „Feigenblattfunktion": Man leistet sich Kultur, weil man sich seit altersher als eine Kulturnation betrachtet und das auch bleiben will. Dieses Image darf sogar etwas kosten. Nur nicht zuviel. Ein einfacher Gradmesser für den Stellenwert der Archäologie in der Gesellschaft sind die Berufschancen der Absolventen dieser Disziplin. Wie viele Archäologen brauchen wir? Einige Wenige für die qualifizierten Positionen in Museen oder im Rahmen des Denkmalschutzes, einige für den Universitätsbereich, um die weitere Ausbildung des akademischen Nachwuchses zu sichern. Der Rest der Absolventen eines Archäologiestudiums hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, wie Mithilfe bei Grabungen, mit Dokumentations- oder Lektoratsarbeiten - und schaut sich möglichst zeitgerecht um einen Brotberuf um, der ihn ernährt. 3
Damit ist der Wert der Archäologie genau umrissen. Früher war es das „Bildungsbürgertum", das sich den Luxus einer „schöngeistigen Beschäftigung" leisten konnte, heute sind es die wirtschaftlich Erfolgreichen, die sich Kultur kaufen können. Auch ein Heinrich Schliemann hat zuerst als Kaufmann genügend Geld gescheffelt, bevor er sich seinem Hobby - den Ausgrabungen in Troja - zuwenden konnte. Er hat sich mit seiner archäologischen Forschertätigkeit seinen Lebenstraum erfüllt und die Kosten dafür aus eigener Tasche berappt. Archäologie ist ein teures Studium, das lange dauert und eine hohe Motivation voraussetzt. Fertig ist man damit eigentlich nie. Ich habe mir durch meine langjährige Berufstätigkeit die finanzielle Basis für dieses Studium geschaffen. Der Meinung meiner Umwelt nach hätte ich als Pensionistin auch Pullover stricken oder mich karitativ betätigen können, wie es die Damen der Gesellschaft tut. Heute bin ich in wissenschaftlicher Hinsicht in derselben Situation wie die Mehrzahl meiner jungen Kollegen. Ich habe einen Teilbereich des großen Archäologiepuzzles erforscht. Das Ziel ist erreicht. Die Ergebnisse landen im Archiv. Punkt. Es ist legitim, eine kritische Frage zu stellen: Wohin geht die archäologische Forschung? Einer meiner ehemaligen Studienkollegen - heute selbst Professor, freilich in England und nicht bei uns in Österreich - hat einen Vortrag in der alten Heimat dazu genützt, um diese Frage zu stellen. Was der Archäologie in seinen Augen fehlt, ist die Theorie. Vor lauter Materialkunde vergessen wir die Theoretische Archäologie, die dem Ganzen eigentlich erst den Sinn gibt. Er hat die Arbeiten der „großen Köpfe" und des akademischen Nachwuchses, den sie mit ihrem Unterricht produzierten, analysiert und ein schlichtes Urteil gefällt: Weitgehend theoriefrei. Ist das jetzt ein Kompliment oder eine Kritik?
ARCHÄOLOGIE IM RICHTUNGSSTREIT Ich fragte ihn, wie er meine Arbeit über die Urzeitnormen einschätze. Er fand, man könnte es gerade noch als Theorie vertreten. Im Prinzip sei die Sache genau so „fundzentriert" wie die Arbeiten meiner Lehrer. Stimmt, ich hatte jede Menge Material analysiert, so wie ich es bei meinem Studium gelernt hatte. Die Schlussfolgerung daraus mündete in der Überlegung, dass es Urzeitnormen gegeben haben muss, bzw. wie diese ausgesehen haben könnten. Ist das also doch nicht das, was der Herr Kollege unter einer richtigen Theorie versteht? „Man wird bescheiden" war seine diplomatische Antwort, doch immerhin sagte er mir zu, meinen Beitrag in seinem Buch über den Standort der Theoretischen Archäologie in Österreich zu berücksichtigen (siehe: www.ausgegraben.org). Das andere Extrem zu der neu aufkeimenden Richtung der „Theoretischen Archäologie" ist die „Experimentelle Archäologie". Sie hat sich zur Aufgabe gestellt, jene Dinge, die wir heute als archäologische Funde bezeichnen, im Experiment nachzuvollziehen und so zu beweisen, wie die Menschen von damals ihre technologischen Probleme gelöst haben. Da sich meine Arbeit über Urzeitnormen mit solchen Fragestellungen beschäftigt, wurde sie in dem Band „Experimentelle Archäologie in Europa, Bilanz 2004" vorgestellt (E. Pühringer, Als es weder Kilos noch das Einmaleins gab: Gedanken über ein urzeitliches Maßsystem als Ordnungsprinzip, Isensee Verlag Oldenburg, 2004, S.15-23). 4 Diese Richtung hat mich seit meiner Studienzeit fasziniert. Wir haben gemeinsam im Freilichtmuseum in Asparn getöpfert und Brennöfen nach den Originalbefunden nachgebaut. Dann haben wir unsere nachgebauten Produkte mit den gefundenen Originalen verglichen. Wir haben Schmelzöfen aufgemauert und Kupfer geschmolzen, wir haben das so gewonnene Kupfer gegossen, weiter verarbeitet und versucht, mit Urzeitwerkzeugen zu arbeiten. Wie fällt man Bäume mit einem Steinbeil? Wie bearbeitet man das Holz? Wie spinnt man Wolle und verwebt sie? Fragen gibt es viele, Antworten auch. Die Experimentelle Archäologie hat gegenüber ihrer unscheinbaren theoretischen Schwester einen großen Vorteil: Man sieht etwas. Das heißt, man kann solche Techniken dem Publikum vorführen. Beispielsweise kann man die Museumsbesucher dazu animieren, mitzumachen, und etwa mit Urzeittechniken selbst rustikalen Schmuck herzustellen. Damit kann man neue Besucherschichten ins Museum locken. Immer, wenn die archäologische Wissenschaft einem breiten Publikum vorgestellt werden soll, muss die Experimentelle Archäologie dazu herhalten. Sie lässt sich medienwirksam präsentieren. Bei solchen öffentlichen Vorführungen ist freilich eine nicht zu unterschätzende Gefahr dabei: Hier wird eine Wissenschaft quasi mit Sandkastenspielen gleichgesetzt. Archäologie ist mehr als fernsehgerechtes Basteln mit Urzeitmethoden. Handwerkliche Tätigkeiten mit wissenschaftlicher Verbrämung sprechen vor allem jüngere Menschen an. Eigentlich logisch: Ein altgedienter Universitätsprofessor macht sich nicht zum Medienkasperl - und seine Hände schmutzig, indem er etwa ein Tongefäß in „Würsteltechnik" vor den staunenden Besuchern einer „Scienceweek" produziert. Er schreibt höchstens einen Fachartikel darüber.
WISSENSCHAFTLICHE BASTELSTUNDE War es in der Urzeit wirklich so, wie wir die Sache heute experimentell nachstellen? Selbst eine exakte Versuchsanordnung samt streng kontrollierten Vorgaben schützt nicht vor Fehlschlüssen. Beispielsweise wenn das Experiment misslingt. Heißt das jetzt: „Es geht nicht" oder aber nur: „Ich kann es nicht." Bedeutet das, ein anderer, der geschickter ist als ich, kann es vielleicht? Genauso, wie es möglicherweise jener Urzeitmensch konnte, den wir zu imitieren versuchen. Durch die heute übliche berufliche Trennung von geistigen und manuellen Fertigkeiten wäre das sehr gut möglich. Selbst ein besonders engagierter Archäologiestudent hat nicht die Kraft und die berufliche Erfahrung wie sie beispielsweise ein professioneller Schmied hat - und das ohne jede akademische Ausbildung. Die Experimentelle Archäologie ist ein interessanter Denkansatz, sie setzt allerdings eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Handwerk voraus. Das gilt nicht nur für jene Berufe, zu denen sich traditioneller Weise Männer hingezogen fühlen, wie Steine schlagen, Holzfällen, Häuser bauen, Brunnen ausschächten oder Metalle schmelzen und verarbeiten, sondern auch für die sogenannten weiblichen Fertigkeiten, wie das Spinnen, Weben, Flechten und Schneidern. 5 Das zeigte sich etwa unlängst in Deutschland bei der Rekonstruktion eines frühgeschichtlichen Kleidungsstückes für eine Ausstellung. Trotz exakter Einhaltung der vorgegebenen Maße passte das fertige Stück der Ausstellungspuppe nicht und musste nachgearbeitet werden. Jede gelernte Schneiderin hätte - im Gegensatz zu der befassten Wissenschafterin - gewusst, dass es einen großen Unterschied macht, ob man einen Stoff schräg zum Fadenlauf verarbeitet oder gerade. Schräge Stoffbahnen sind dehnbar, gerade nicht. Abschließend zu diesen Beispielen aus dem Bereich der Experimentellen Archäologie eine Episode, die sich anlässlich einer archäologischen Exkursion ereignete, bei der Flintgestein gesammelt wurde, jenes Material, aus dem in der Urzeit sehr effiziente Steinwerkzeuge hergestellt wurden, die jedem Archäologiestudenten als „Silexgeräte" vertraut sind. Natürlich wurde gleich an Ort und Stelle ausprobiert, ob sich die gefundenen Steine zu jenen scharfkantigen Klingen spalten lassen, wie sie an steinzeitlichen Fundorten geborgen werden. Kommentar eines jungen Mannes, während er seinen blaugeschlagenen, blutenden Damen mit einem Pflaster versorgte: „Bin ich froh, dass ich heute lebe und nicht damals. In der Steinzeit wäre ich verhungert." Als angehender Archäologie wusste er, wie diese rasiermesserscharfen Steinklingen von den Urzeitjägern als Pfeilspitzen mit Pech und Rindenbast an Holzstäben montiert wurden. Selbst Mammuts sind auf diese Art und Weise erlegt worden. Wohin also geht die archäologische Forschung? Einerseits sollte sich die Experimentelle Archäologie davor hüten, als Bastelklub zu enden. Das Gedankenexperiment gehört genauso zu ihren Aufgaben wie das praktische Ausloten der verschiedenen technischen Möglichkeiten. Andererseits ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis die heute so ungeliebte Theorie mit dem publikumswirksam herzeigbaren Experiment in der Archäologie gleichzieht. Denn die theoretische Überlegung ist der gedankliche Überbau jedes praktischen Versuches. Die traditionelle Beschäftigung mit den Funden darf natürlich auch nicht vernachlässigt werden, vor allem im Hinblick auf die sensationellen neuen Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz der naturwissenschaftlichen Methoden in der Archäologie ergeben. 6 Ý. Ïóðèíãåð ×åì çàíèìàþòñÿ àðõåîëîãè? Êðèòè÷åñêèå ìûñëè î íàóêå íà ïåðåëîìå.
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